
Der interaktive Zeitstrahl zur Geschichte der Werbung bietet einen umfassenden Überblick.
Werbung hat eine lange und spannende Geschichte, die eng mit gesellschaftlichen, technologischen und kulturellen Veränderungen verknüpft ist.
Dieses Webprojekt beleuchtet jene Geschichte in vielen bunten Facetten und bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung der Werbung von ihren frühen Anfängen bis hin zur Gegenwart. Mithilfe eines interaktiven Zeitstrahls werden die wichtigsten Meilensteine und Wendepunkte der Werbegeschichte anschaulich dargestellt. Die Seite lädt dazu ein, in die Welt der Werbung einzutauchen und die verschiedenen Epochen zu erkunden.
Von den ersten Werbetafeln im antiken Rom über die aufkommende Printwerbung im 17. Jahrhundert bis hin zu den bahnbrechenden Fernseh- und Onlinekampagnen der Gegenwart – jede Epoche bringt ihre eigenen Innovationen und Herausforderungen mit sich. Dabei wird deutlich, wie sich Techniken, Strategien und Medien im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und an die Bedürfnisse und Technologien ihrer Zeit angepasst haben.

Vormoderne Geschichte
In vor- und frühkapitalistischen Zeiten war die Wirtschaftsstruktur vollkommen anders als heute. In dieser Zeit wurden Waren durch Handwerker:innen in kleinen Werkstätten hergestellt. Der Absatz erfolgte meist lokal oder regional und die Produktion war auf die Kapazitäten dieser Werkstätten beschränkt. Dadurch war der Markt nicht so anonym wie heute. Käufer:innen und Verkäufer:innen kannten sich oft persönlich, was das Vertrauen in die Qualität der Produkte förderte. Es gab keinen Bedarf an Werbeträgern, die eine breite, anonyme Öffentlichkeit erreichten. Trotzdem gab es teilsweise bereits verkaufsfördernde Maßnahmen, die ein Vorläufer der heutigen Werbung darstellen. Vor allem in Hochkulturen, in denen es bereits größere Städte gab und der Markt entsprechend umfassender und anonymer war, fanden sich auch damals bereits diverse Werbemittel (vgl. Altendorfer 2004: 45).

Neuere Geschichte
Mit der Erfindung des Buchdrucks, mit der auch das Ende des Mittelalters einherging, änderten sich die Verhältnisse allmählich. Inhalte konnten durch Guttenbergs Entwicklung nun im verhältnismäßig großen Stil verbreitet werden, was sich nicht zuletzt die Werbetreibenden zunutze machten. Werbung in ihrer modernen Form, wie wir sie heute kennen, nahm erstmals mit der Entstehung von (Wochen-)Zeitungen im 16. und 17. Jahrhundert gestalt an (vgl. Altendorfer 2004: 45).

Werbung in der DDR
In der DDR wurde Werbung lange als Relikt des Kapitalismus angesehen und galt nach marxistisch-leninistischer Lehre als unproduktive Ausgabe. Sie diente in erster Linie der ideologischen Beeinflussung und Propaganda, ähnlich wie der Journalismus. Anders als im Westen sollte Werbung der Ideologie folgend nicht dem Profit, sondern der Gesellschaft dienen. Die wenigen Werbeformen, die es gab, waren streng ideologisch geprägt. Sozialistische Werbung sollte keine niederen Instinkte ansprechen, keine falschen Vorbilder schaffen und immer wahrhaftig sein. Die Hauptaufgaben der Werbung in der DDR waren sogenannte Binnenwerbung, die als Orientierungshilfe diente und das Sortiment vorstellte, Werbung zu wichtigen gesellschaftlichen Anlässen sowie Werbung in nichtsozialistischen Auslandsmärkten im Geschäftsverkehr (vgl. Altendorfer 2004: 51f.).
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Werbung in der BRD
In der Bundesrepublik Deutschland als Staat mit kapitalistischer Wirtschaftsform hatte Werbung von vornherein einen vollkommen anderen Stellenwert als in der DDR. Wie bereits zu Zeiten der Weimarer Republik nutzten private Unternehmen Werbung als Mittel, um ihren Absatz zu steigern und ihre Produkte bekanntzumachen. In den ersten Nachkriegsjahren wurde die Werbung überwiegend von jenen Akteur:innen dominiert, die auch während der NS-Zeit aktiv gewesen waren. Die gestalterischen und textlichen Methoden sowie das klassische Familien- und Frauenbild blieben erhalten, allerdings ohne die völkischen Elemente. Bis in die 1960er Jahre blieben diese Altvorderen auch in der Forschung tonangebend. Amerikanische Werbepraktiken setzten sich erst nach und nach durch (vgl. Altendorfer 2004: 51).
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Literatur
Altendorfer, Otto (2013)
Das Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland. Band 2. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Online verfügbar unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-322-80372-6, zuletzt geprüft am 13.06.2024.
Bhatia, Tej K. (2000)
Advertising in Rural India. Language, Marketing Communication and Consumerism.
Boutin, Aimeé (2005)
Sound Memory. Paris Street Cries in Balzac’s Pere Goriot. In: frf 30 (2), S. 67–78. Online verfügbar unter https://muse.jhu.edu/pub/17/article/186742, zuletzt geprüft am 01.07.2024.
Dotzler, Bernhard J.; Roesler-Keilholz, Silke (2017)
Mediengeschichte als Historische Techno-Logie: Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. Online verfügbar unter https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/9783845284309/mediengeschichte-als-historische-techno-logie, zuletzt geprüft am 01.07.2024.
Forster, Ralph (2006)
Kinospots und Tele-Tips. Kino-und Fernsehwerbung in der DDR. Online verfügbar unter https://mediarep.org/server/api/core/bitstreams/6ed1dab8-43a9-4446-82fb-b52ffda4f56c/content, zuletzt geprüft am 01.07.2024.
Golonka, Joanna (2009)
Werbung und Werte. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Online verfügbar unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-531-91223-3, zuletzt geprüft am 01.07.2024.
Heun, Thomas (2017)
Werbung. Wiesbaden: Springer Gabler (Studienwissen kompakt). Online verfügbar unter https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-07127-1, zuletzt geprüft am 01.07.2024.
Puppin, Giovanna (2020)
Forty Years of the Return of Advertising in China (1979–2019). A Critical Overview. In: JOMEC Journal (15), S. 1–19. Online verfügbar unter https://www.researchgate.net/publication/341000311_Forty_Years_of_the_Return_of_Advertising_in_China_1979-2019_A_Critical_Overview, zuletzt geprüft am 16.06.2024.
Abbildungen
- Foto von BabelStone veröffentlicht unter CC BY-SA 3.0 ↩︎
- Kölnische Zeitung, 12.03.1852, zitiert nach Heun 2017: 4 ↩︎
- „Berlin’s erste Anschlag-Säule“, F. G. Nordmann, Lithographie um 1855 (gemeinfrei) ↩︎
- Werk von Joseph Maria Olbrich (1901), zitiert nach Heun 2017: 5 (gemeinfrei) ↩︎
- Bundesarchiv, Bild 183-K0623-0502-001 unter CC-BY-SA 3.0 ↩︎
- Bundesarchiv, Bild 102-12023 / Georg Pahl unter CC-BY-SA 3.0 ↩︎
- Foto von Istvan veröffentlicht unter CC BY-SA 3.0 ↩︎
- Foto von Sue Ream veröffentlicht unter CC BY 3.0 ↩︎
- Bundesarchiv, B 145 Bild-F010479-0006 unter CC-BY-SA 3.0 ↩︎
- Westermann 1967, zitiert nach Heun 2017: 9 ↩︎
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